Fachleute betonen, dass genetische Untersuchungen an Embryonen dazu beitragen können, erfolglose Behandlungsversuche zu vermeiden, und wertvolle Informationen für Patientinnen mit wiederholten Fehlgeburten oder wiederholten Implantationsstörungen liefern können.
VALENCIA, Spanien, 1. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Um durch assistierte Reproduktion schwanger zu werden, kann mehr als ein Behandlungszyklus erforderlich sein, und in einigen Fällen können zugrunde liegende chromosomale oder genetische Anomalien die Einnistung des Embryos oder den erfolgreichen Verlauf der Schwangerschaft verhindern.
Um diese Situationen besser zu verstehen, bietet die Reproduktionsmedizin mittlerweile fortschrittliche Verfahren wie die Präimplantationsdiagnostik zur Erkennung von Aneuploidien (PGT-A) an – eine Technik, bei der Embryonen vor dem Transfer untersucht werden, um Chromosomenanomalien zu erkennen, die die Einnistung oder den normalen Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen könnten.
Laut Dr. Jakob Doblinger, Gynäkologe am IVI Valencia, können diese Informationen insbesondere für Patientinnen mit wiederholten Fehlgeburten, wiederholten Implantationsstörungen, fortgeschrittenem Alter der Mutter oder bekannten genetischen Erkrankungen von großem Wert sein. „PGT-A liefert vor dem Embryotransfer zusätzliche Informationen und kann bei ausgewählten Patientinnen dazu beitragen, Behandlungsversuche mit geringen Erfolgsaussichten zu vermeiden, während wir gleichzeitig die Reproduktionsstrategie individuell anpassen können", erklärt Dr. Doblinger.
Mit mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Behandlung komplexer Fälle von Unfruchtbarkeit führt IVI routinemäßig PGT-A als Teil seines personalisierten Ansatzes in der Reproduktionsmedizin durch. Diese Methode hilft dabei, Embryonen mit Chromosomenanomalien zu identifizieren, bei denen eine gesunde Schwangerschaft unwahrscheinlich ist, und trägt so dazu bei, erfolglose Embryotransfers sowie die emotionale Belastung durch wiederholte Fehlbehandlungen zu verringern.
Etwa 15–20 % der Patientinnen, die sich an das IVI wenden, haben bereits eine fehlgeschlagene Implantation erlebt.
„Wenn nach mehreren Behandlungsversuchen keine Schwangerschaft eintritt, ist es unerlässlich, die Faktoren zu verstehen, die diesen Prozess möglicherweise beeinflussen. Heute verfügen wir über weitaus präzisere Diagnosemethoden, die es uns ermöglichen, jeden Fall individuell zu beurteilen", fügt Dr. Doblinger hinzu.
Die Rolle von PGT-A bei komplexen Fällen von Fruchtbarkeitsstörungen
Die Verfügbarkeit bestimmter Gentests ist in Europa unterschiedlich. In Deutschland beispielsweise sind genetische Untersuchungen vor der Implantation nur unter sehr begrenzten Umständen zulässig und unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften.
Daher reisen jedes Jahr viele Patientinnen aus Ländern wie Deutschland zu IVI-Kliniken, um sich im Rahmen ihrer Fertilitätsbehandlung einer PGT-A zu unterziehen, die eine Embryonenauswahl auf der Grundlage genetischer Informationen vor dem Transfer ermöglicht.
„Spanien hat sich dank der Fachkompetenz seiner medizinischen Teams, des Zugangs zu modernsten Technologien und der Entwicklung hochgradig individueller Diagnose- und Behandlungsstrategien zu einem der führenden Standorte für assistierte Reproduktion in Europa entwickelt. Bei IVI ist die PGT-A eines der Instrumente, die wir zur Beurteilung ausgewählter Fertilitätsbehandlungen einsetzen", sagt Dr. Doblinger.
Darüber hinaus bietet IVI Online-Sprechstunden an, durch die ein Großteil des Behandlungsprozesses aus der Ferne abgewickelt werden kann. Dadurch wird der Reisenaufwand reduziert, während gleichzeitig eine enge Abstimmung mit dem lokalen medizinischen Team jedes Patienten gewährleistet bleibt. Dadurch wird eine individuelle Betreuung in jeder Phase der Behandlung gewährleistet.
Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland könnte bis 2060 deutlich ansteigen und das Versorgungssystem spürbar unter Druck setzen. Nach neuen Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) dürfte die Zahl der Betroffenen bei weiter steigender Lebenserwartung von derzeit rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen zunehmen. Grundlage der Berechnungen ist ein kleinräumiges Prognoseverfahren, das das Institut gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln entwickelt hat.
Die Analyse reicht hinunter bis auf die Ebene von 400 Kreisen und kreisfreien Städten und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Bereits 2020 lag der Anteil der Demenzkranken zwischen 1,0 Prozent in Tübingen und 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 erwarten die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Besonders betroffen sind damit vor allem ländliche Regionen im Osten, die überdurchschnittlich altern.
Parallel zur wachsenden Zahl von Demenzfällen schrumpft der Pool potenzieller Pflege- und Betreuungspersonen im Erwerbsalter. Laut Studie kamen im Jahr 2020 rechnerisch noch 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall. Bis 2060 dürfte dieses Verhältnis auf 21 Erwerbspersonen pro Fall sinken. Damit würden deutlich mehr Erkrankte von einer deutlich kleineren Zahl potenziell Erwerbstätiger versorgt werden müssen – mit entsprechenden Konsequenzen für Pflegeinfrastruktur, Kommunen und Sozialversicherungen.
Die Autoren der Studie betonen zugleich, dass der prognostizierte Anstieg nicht zwangsläufig ist. Nach heutigem wissenschaftlichem Stand lassen sich Demenzrisiken durch Prävention spürbar senken. Eine konsequentere Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, etwa die Hälfte der Neuerkrankungen zu vermeiden. In einem solchen Szenario würde sich die Zahl der Demenzfälle im Jahr 2060 nicht weiter erhöhen, sondern sich auf einem Niveau zwischen 1,3 und 1,5 Millionen stabilisieren. Die Spannbreite der Projektionen zeigt damit, wie stark der künftige Versorgungsdruck von heute eingeleiteten Präventionsstrategien abhängen dürfte.