Geotab-Studie zeigt: Lkw sind in Berlin effizienter unterwegs als Pkw

08.09.2026

Lkws in Berlin erreichen bei der Verkehrseffizienz 16 Punkte mehr als Pkw. Europaweit schneiden Lkw in fünf von sieben untersuchten Hauptstädten besser ab.

AACHEN, Deutschland, 8. September 2026 /PRNewswire/ -- Lkw sind im Berliner Stadtverkehr effizienter unterwegs als Pkw. Das zeigt der Index für die Frachteffizienz in Städten Europas* von Geotab, Anbieter vernetzter Transportlösungen. Der Index bewertet für jede Stadt separat auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten, wie effizient sich Lkw und Pkw im Straßenverkehr bewegen. Dabei wird beispielsweise berücksichtigt, wie flüssig der Verkehr läuft oder wie viel Kraftstoff durch Leerlauf verbraucht wird. Die Analyse basiert auf dem Gesamtjahr 2025 und Daten von Geotab-vernetzten Fahrzeuge in Berlin, Amsterdam, Dublin, Rom, Paris, London und Madrid.

Geotab - European Urban Freight Efficiency Index

Die Ergebnisse stellen eine verbreitete Annahme infrage: Lkw sind nicht grundsätzlich die größere Belastung für die Effizienz des Stadtverkehrs. In vielen Städten profitieren Flotten von professioneller Routenplanung und der Möglichkeit, Stoßzeiten zu vermeiden. Dort, wo Lkw schlechter abschneiden als Pkw, scheinen dagegen strukturelle Faktoren des Straßennetzes und der Verkehrsregulierung eine größere Rolle zu spielen.

Europaweit sind Lkw in fünf der sieben untersuchten Hauptstädte effizienter unterwegs als Pkw. Rom verzeichnet mit 26 Punkten den größten Effizienzvorsprung der Lkw gegenüber Pkw, gefolgt von Berlin mit 16 Punkten. Auch in Dublin und Amsterdam schneiden Lkw zweistellig besser ab, während sie in Paris trotz der höchsten Leerlaufquote noch vor den Pkw liegen. Lediglich in London und Madrid sind Pkw effizienter unterwegs – wobei die Gründe unterschiedlich sind: In London dürften unter anderem verkehrspolitische Vorgaben den Wirtschaftsverkehr bremsen, während Madrid durch besonders schwierige und wenig planbare Verkehrsbedingungen für Lkw geprägt ist.

Berlin: Gute Voraussetzungen für planbare Lieferungen

Berlin erreicht mit einem Lkw-Wert von 71 den höchsten Wert der sieben untersuchten Städte. Pkw kommen auf 55 Punkte. Der Abstand von 16 Punkten zugunsten der Lkw lässt sich unter anderem mit der vergleichsweise weitläufigen Straßeninfrastruktur und der polyzentrischen Struktur Berlins erklären. Anders als Städte mit nur einem dominanten Zentrum verteilt sich der Verkehr auf mehrere Bereiche Dadurch kommt es seltener zu starken Verkehrsspitzen während der Stoßzeiten.

Für Liefer- und Dienstleistungsflotten bedeutet das vor allem bessere Planbarkeit des täglichen Betriebs. Der Wert für die Zuverlässigkeit der Fahrzeiten schwankt nur gering zwischen 95 und 100 Punkten. Mithilfe historischer Daten können Flottenbetreiber die Fahrzeiten und Lieferungen damit zuverlässiger planen. Auf den Leerlauf von Lkw entfallen in Berlin 8,5 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs, verglichen mit 13,2 Prozent bei Pkw.

Paris: Lkw effizienter trotz hohem Leerlauf

In Paris zeigt, zeichnet sich ein Bild ab, das zunächst widersprüchlich erscheint. Zwar weisen Lkw dort mit 18,2 Prozent die höchste Leerlaufquote aller untersuchten Städte auf. Trotzdem erreichen sie beim Gesamteffizienzwert 46 Punkte und liegen damit deutlich vor den Pkw mit 31 Punkten. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Lkw bestimmte Verkehrsbedingungen leichter umgehen können. In Paris gibt es für den Pkw-Verkehr kein Zeitfenster, in dem die Verkehrsbelastung unter den kritischen Schwellenwert fällt. Durch professionelle Routenplanung und die Nutzung von Zeitfenstern außerhalb der stärksten Verkehrsspitzen können Flotten diese Belastung teilweise umgehen.

London: Strukturelle Faktoren beeinträchtigen den Lkw-Verkehr

London bildet einen der beiden Ausnahmen im Städtevergleich. Hier schneiden Pkw mit 29 Punkten knapp besser ab als Lkw mit 27 Punkten. Die Daten deuten darauf hin, dass strukturelle Rahmenbedingungen den Wirtschaftsverkehr besonders stark beeinflussen. Dazu zählen etwa umfangreiche Busspurregelungen, die Lkw nicht nutzen können, engere Straßen in der Nähe der Innenstadt oder Umweltzonen. Hinzu kommen komplexe Vorgaben für Be- und Entladevorgänge, die Lieferungen in ungünstige Zeitfenster drängen.

Beim Kraftstoffverbrauch weisen Lkw in London mit 36,75 Litern pro 100 Kilometer den höchsten Verbrauch aller untersuchten Städte auf. Die Leerlaufquote liegt bei 11,1 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs – zwar unter dem Wert der Pkw von 13,6 Prozent, aber deutlich über den entsprechenden Werten für Lkw in Berlin, Rom oder Dublin.

Professionelles Flottenmanagement macht den Unterschied

Der Vergleich der sieben Städte zeigt, dass die Effizienz des Wirtschaftsverkehrs nicht allein von der Fahrzeugart abhängt. Wo Flottenbetreiber ihre Fahrten flexibel planen, Routen optimieren und verkehrsärmere Zeitfenster nutzen können, können Lkw gegenüber dem allgemeinen Pkw-Verkehr sogar im Vorteil sein. Bleibt dieser aus, liegen die Ursachen jedoch nicht zwingend im Flottenmanagement selbst. Infrastruktur, Verkehrsregeln und die Verteilung von Lieferzeitfenstern können die Möglichkeiten erheblich einschränken. Für Flottenmanager liefert der Index damit nicht nur Hinweise darauf, wo sich der eigene Betrieb optimieren lässt, sondern auch darauf, wo strukturelle Rahmenbedingungen die Effizienz begrenzen.

„Die Annahme, dass Lkw grundsätzlich die Hauptverursacher eines ineffizienten Verkehrs in Städten sind, wird durch unsere Daten nicht bestätigt", so Fabian Seithel, AVP EMEA bei Geotab. „In den meisten untersuchten europäischen Städten sind professionelle Flotten effizienter unterwegs als der Pkws. Dazu tragen unter anderem eine strukturierte Routenplanung, bessere Zeitpläne und datenbasierte Entscheidungen bei. Für Flottenbetreiber gilt dabei: Je genauer sie wissen, wo Kosten und Ineffizienzen entstehen, desto gezielter können sie gegensteuern."

Den vollständigen Bericht lesen Sie hier.

*Methodik

Der Index für die Frachteffizienz in Städten Europas bewertet die Verkehrseffizienz in sieben europäischen Städten auf einer Skala von 0 bis 100. Lkw und Pkw werden dabei jeweils separat betrachtet. Der Gesamtindex der Städte wird anschließend mit einer Gewichtung von 60 Prozent für Pkw und 40 Prozent für Lkw berechnet. Damit wird berücksichtigt, dass Pkw den größeren Anteil des Verkehrsaufkommens ausmachen, während die Lkw-Daten gezielt Aufschluss über die Effizienz des Wirtschaftsverkehrs geben.

Der jeweilige Fahrzeugwert setzt sich aus zwei Dimensionen zusammen. 75 Prozent entfallen darauf, wie sich der Verkehr bewegt. Dabei werden die tägliche Verkehrsbelastung (50 Prozent), die Anzahl der Stunden mit flüssigem Verkehr (25 Prozent) und die Schwankung der Fahrzeiten berücksichtigt (25 Prozent). Die verbleibenden 25 Prozent messen die Kosten der Verkehrsbelastung anhand des Leerlaufs während der Fahrt. Eine höhere Leerlaufquote deutet dabei unter anderem auf Verkehrsstaus, ungünstige Ampelschaltungen und Engpässe hin.

Die Auswertung basiert auf Daten aus dem gesamten Jahr 2025 (Januar bis Dezember) von Geotabs Plattform für vernetzte Fahrzeuge in Berlin, Amsterdam, Dublin, Rom, Paris, London und Madrid. Die Werte sind normalisierte relative Vergleichswerte auf Basis einer Stichprobe vernetzter Fahrzeuge und stellen keine Vollerhebung des gesamten Fahrzeugbestands dar.

Über Geotab

Geotab ist ein weltweit führender Anbieter von Lösungen für vernetzte Fahrzeuge und Asset-Management mit Hauptsitzen in Oakville, Ontario, und Atlanta, Georgia USA. Unsere Mission ist es, die Welt sicherer, effizienter und nachhaltiger zu machen. Wir nutzen fortschrittliche Datenanalysen und KI, um die Leistung und den Betrieb von Fuhrparks zu transformieren, Kosten zu senken und Effizienz zu steigern. Unterstützt von führenden Expertinnen und Experten aus den Bereichen Datenwissenschaft und Ingenieurwesen bedienen wir rund 100.000 Kundinnen und Kunden weltweit und verarbeiten täglich 100 Milliarden Datenpunkte von mehr als 5 Millionen Fahrzeugen. Fortune-500-Unternehmen, mittelständische Fuhrparks und die größten Flotten des öffentlichen Sektors der Welt, einschließlich der US-Bundesregierung, vertrauen auf Geotab. Wir verpflichten uns der Datensicherheit und dem Datenschutz und verfügen über FIPS 140-3- und FedRAMP-Zulassungen. Unsere offene Plattform, unser Ökosystem aus herausragenden Partnern und der Geotab Marketplace bieten Hunderte von fuhrparkfertigen Lösungen von Drittanbietern. Dieses Jahr feiern wir 25 Jahre Innovation. Erfahren Sie mehr unter www.geotab.com/de, folgen Sie uns auf LinkedIn oder besuchen Sie unseren Blog.



GEOTAB und GEOTAB MARKETPLACE sind eingetragene Warenzeichen von Geotab Inc. in Kanada, den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.

Pressekontakt: Hotwire für Geotab, Charlotte Duda, +49 171 422 3715, GeotabDE@hotwireglobal.com 

Geotab logo, UK

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Historischer Machtwechsel in Magdeburg: AfD vor erstmaliger Übernahme des Landtagspräsidiums

08.10.2026

Im Magdeburger Landtag steht ein Einschnitt in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte bevor: Erstmals könnte ein Abgeordneter der AfD das Amt des Landtagspräsidenten übernehmen. Der 35-jährige Tobias Rausch, seit 2016 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt und Generalsekretär der AfD im Bundesland, geht mit einer komfortablen Mehrheit in die konstituierende Sitzung. Nach ihrem klaren Wahlsieg stellt die AfD künftig 39 der 83 Abgeordneten und ist damit die mit Abstand stärkste Fraktion.

Den entscheidenden Schub liefert das Bündnis mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Die fünf BSW-Abgeordneten wollen geschlossen für Rausch stimmen und kommen gemeinsam mit der AfD auf 44 Stimmen. BSW-Fraktionschef Thomas Schulze verweist auf parlamentarische Gepflogenheiten: Als stärkste Fraktion habe die AfD laut Geschäftsordnung Anspruch auf den Vorsitz im Parlament. Eine politische Blockbildung gegen die AfD lehnt Schulze ab und präsentiert die Zustimmung zur Wahl des Landtagspräsidenten als Signal eines „neuen Politikstils“.

Die übrigen Fraktionen reagieren gespalten. CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen zusammen ebenfalls über 39 Mandate, treten aber nicht geschlossen gegen die AfD an. Die CDU hat angekündigt, sich bei der Wahl zu enthalten – Enthaltungen zählen in diesem Verfahren nicht als abgegebene Stimmen. SPD, Grüne und Linke wollen gegen Rausch stimmen. Spannend bleibt damit vor allem die Frage, ob der AfD-Kandidat über die absehbaren 44 Ja-Stimmen hinaus zusätzliche Unterstützung erhält. Vor der geheimen Abstimmung spekulieren die Lager bereits über mögliche Abweichler; aus der AfD-Spitze heißt es, zusätzliche Stimmen könnten auch aus dem Kreis der erklärten Gegner stammen.

Parallel zur Präsidentenwahl testet die AfD aus, wie weit ihr neuer Einfluss im Landtag reicht. Die Fraktion will die Geschäftsordnung ändern, um neben dem Präsidenten auch einen der drei Vizepräsidentenposten zu besetzen – vorgesehen ist der Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider. In der Vergangenheit sorgten seine Beiträge zur Bildungs- und Kulturpolitik regelmäßig für Kritik in anderen Fraktionen, die den Personalvorschlag daher als Provokation werten dürften. Ob das BSW diese Personalie ebenso mitträgt wie die Wahl von Rausch, ist bislang offen. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmungen wird die erste Sitzung des neu gewählten Landtags damit zum Testfall für künftige Zusammenarbeit und Machtarithmetik in Sachsen-Anhalt.