LUXEMBURG und HELSINKI, 23. September 2026 /PRNewswire/ -- Die Europäische Investitionsbank (EIB) vergibt einen Kredit über 19 Millionen Euro an Reactive Technologies. Mit dem Geld will der britisch-finnische Anbieter von Stromnetztechnologie seine Technologieplattform ausbauen. Seine Lösungen helfen, das Risiko von Stromausfällen zu verringern, die Betriebskosten zu senken und in Europa den Anteil sauberer Energien zu steigern.
Die Plattform „GridVerix" von Reactive Technologies liefert Echtzeitdaten zu wichtigen Kenngrößen für die Systemstabilität, etwa Spannungsstabilität und Netzträgheit, also die Fähigkeit des Stromnetzes, Frequenzschwankungen abzufedern. Im Zuge des europäischen Wind- und Solarausbaus hilft GridVerix Netzbetreibern, Schwachstellen aufzudecken und die Netzstabilität zu sichern. Gleichzeitig lassen sich mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen einbinden und große Stromverbraucher wie Rechenzentren anschließen. Außerdem trägt die Technologie dazu bei, die engpassbedingte Abregelung erneuerbarer Energien zu reduzieren und die damit verbundenen Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher zu senken.
EIB-Vizepräsident Karl Nehammer: „Europa braucht Stromnetze, die mit dem rasanten Ausbau der Erneuerbaren Schritt halten. Mit den Echtzeitdaten von Reactive Technologies haben Netzbetreiber einen besseren Überblick, was aktuell in ihren Netzen abläuft. Unsere Finanzierung bringt diese in Europa entwickelte Technologie auf weitere Märkte. Die Investitionen senken das Risiko von Stromausfällen und fördern die sichere Einspeisung von mehr Grünstrom."
Von dem EIB-Kredit über 19 Millionen Euro gehen bis zu 7 Millionen Euro an das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Reactive Technologies im finnischen Oulu. Die übrigen 12 Millionen Euro unterstützen die Einführung der Technologie in der EU.
Bei dem EIB-Kredit handelt es sich um ein eigenkapitalähnliches „Venture-Debt"-Darlehen. Damit stellt die EIB langfristiges Kapital für innovative Wachstumsunternehmen bereit – ohne Verwässerung der Eigentumsanteile.
Marc Borrett, CEO von Reactive Technologies: „Die EIB-Finanzierung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Durch den rasanten Ausbau erneuerbarer Energien und immer mehr große Stromverbraucher wie Rechenzentren wird das Management europäischer Stromnetze zur echten Herausforderung. GridVerix liefert Echtzeitdaten zur Netzstabilität. Das hilft Netzbetreibern in puncto Netzstabilität und Effizienz und senkt die Kosten für die Verbraucher."
Die EIB-Finanzierung ist durch das InvestEU-Programm abgesichert. Sie fällt unter die TechEU-Initiative, mit der die EIB-Gruppe Investitionen in strategische Technologien fördert und Europas technologische Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist die auf Garantien, Verbriefungen und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe. Er erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start–ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital–Ökosystem, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
Mit dem Rückhalt aller 27 EU-Mitgliedstaaten hat der EIF mit institutionellen Investoren ein paneuropäisches Investitionsbündnis geschlossen. Gemeinsam wollen sie bis zu 80 Milliarden Euro für Investitionen in innovative Unternehmen mobilisieren, die das Potenzial haben, globale Marktführer zu werden. Durch das Bündnis wird die äußerst erfolgreiche European Tech Champions Initiative (ETCI) nun noch umfangreicher und breiter aufgestellt. Seit ihrem Start vor drei Jahren hat ETCI bereits 15 europäische Megafonds und das Scale-up von 47 Unternehmen unterstützt, darunter 12 Unicorns.
Fotos vom Sitz und vom Management der EIB-Gruppe, Logos und unser B-Roll-Video finden Sie auf unserer Website.
InvestEU
Das InvestEU-Programm mobilisiert umfangreiche private und öffentliche Mittel für langfristige Finanzierungen in der EU, um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Es stößt auch private Investitionen an, die zu EU-Zielen wie dem europäischen Grünen Deal und dem digitalen Wandel beitragen. InvestEU vereint alle bisherigen EU-Instrumente zur Förderung von Investitionsprojekten in Europa unter einem Dach und macht ihre Finanzierung dadurch einfacher, effizienter und flexibler. Das Programm hat drei Bausteine: den InvestEU-Fonds, die InvestEU-Beratungsplattform und das InvestEU-Portal. Der InvestEU-Fonds wird von Durchführungspartnern umgesetzt, die bei der Kreditvergabe auf die EU-Haushaltsgarantie von 26,2 Milliarden Euro zurückgreifen können. Die Haushaltsgarantie erhöht die Risikotragfähigkeit der Partner und soll so mindestens 372 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen mobilisieren.
Reactive Technologies
Reactive Technologies ist ein weltweit tätiges Deeptech-Unternehmen. Es entwickelt Lösungen für die Energiewende, die Elektrifizierung und die rasch steigende Stromnachfrage.
Seine Plattform GridVerix® liefert Echtzeitdaten zur Stabilität und Zuverlässigkeit von Stromnetzen. Die Daten basieren auf direkten Messungen im Netz und werden als Data-as-a-Service bereitgestellt. Dadurch erhalten Netzbetreiber und Energieversorger einen besseren Überblick, wie es um ihre Netze steht, und können besser und effizienter arbeiten und planen.
Dank seiner technologischen Innovationskraft und seines fundierten Verständnisses für die Herausforderungen der Energiewirtschaft hat sich Reactive Technologies zu einem internationalen Technologiekonzern entwickelt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in London betreibt ein modernes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Finnland und unterhält Vertriebsbüros in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Australien.
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Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.
Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.
Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.
Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.
In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.