Alpitronic und Milence bringen Megawatt-Laden auf Europas Fernstraßen

15.09.2026
  • Alpitronic und Milence vereinbaren eine strategische Zusammenarbeit beim Ausbau von Megawatt-Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Lkw entlang zentraler europäischer Güterverkehrskorridore.
  • Die Verbindung von Depotladen und öffentlichem Megawatt-Laden schafft die Voraussetzung für den breiteren Einsatz von E-Lkw.
  • Weniger Abhängigkeit von Diesel und Ölpreisschwankungen macht Transportkosten besser planbar und stärkt die Widerstandsfähigkeit europäischer Lieferketten.

BOZEN, Italien, 15. September 2026 /PRNewswire/ -- Alpitronic und Milence wollen den Ausbau von Megawatt-Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Lkw entlang wichtiger europäischer Verkehrsrouten gemeinsam vorantreiben. Dazu haben die Unternehmen eine langfristige strategische Zusammenarbeit vereinbart und ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur parallel zur wachsenden Zahl elektrischer Lkw auszubauen und so zuverlässiges Laden im europäischen Fernverkehr zu ermöglichen.

Unabhängiger vom Ölpreis

Für Speditionen und ihre Kunden geht es dabei um mehr als den Wechsel des Antriebs. Elektrische Lkw verringern die Abhängigkeit von Diesel und damit von Schwankungen des Ölpreises, die in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen und die Preise nach oben getrieben haben. Dadurch sind Transportkosten für Logistikunternehmen sowie für Industrie und Handel besser kalkulierbar. Je weniger der Straßengüterverkehr von importierten fossilen Energieträgern abhängt, desto geringer ist seine Anfälligkeit für Preis- und Versorgungsschocks auf den Energiemärkten. Zugleich trägt der Umstieg dazu bei, dass die Logistik, die für ein Wirtschaftswachstum unabdingbar ist, ohne zusätzliche Emissionen umgesetzt werden kann.

Laden im Depot und auf der Langstrecke

Bei Unternehmen, die E-Lkw bereits im Alltag einsetzen, ist das Laden eng in die Logistikabläufe eingebunden. Im Depot greifen Ladeinfrastruktur, Flotte, Disposition und Energiemanagement ineinander. Auf der Langstrecke ergänzen leistungsfähige Ladepunkte entlang der europäischen Transportachsen dieses System. So werden Standzeiten und vorgeschriebene Lenkzeitunterbrechungen gezielt zum Laden genutzt.

Alpitronic deckt beide Einsatzbereiche mit dem HYC1000 ab. Das Megawatt-Ladesystem ermöglicht über den neuen Depot Dispenser, schwere Nutzfahrzeuge im Betriebshof zu laden. Der HYC1000 kann ebenso mit einem MCS Dispenser bis zu einem Megawatt Ladeleistung auf einen einzelnen Ladepunkt abgeben. Das System ist somit für das Lkw-Laden sowohl während der 30-45-minütigen Lenkzeitpausen auf Langstrecken als auch auf das Übernacht-Laden im Depot optimiert.

Philipp Senoner, Chief Executive Officer von Alpitronic: „Die Technik für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs ist heute vorhanden. Entscheidend ist jetzt, dass Transportunternehmen ihre Fahrzeuge im Depot ebenso zuverlässig laden können wie unterwegs. Private und öffentliche Ladeinfrastruktur müssen eng zusammenspielen, damit die elektrischen Flotten wirtschaftlich planbar eingesetzt werden können."

„Megawattladen ist bereit für den realen Einsatz im elektrischen Straßengüterverkehr. Jetzt muss Europa den Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der wichtigen Güterverkehrskorridore beschleunigen und skalieren, damit die Technologie ihr volles Potenzial entfalten und den Übergang zu einem emissionsfreien Straßengüterverkehr vorantreiben kann", so Anja van Niersen, Chief Executive Officer von Milence.

Über Alpitronic

Alpitronic ist ein weltweit tätiger Hersteller leistungsstarker Ladesysteme für Elektrofahrzeuge. Durch das Zusammenspiel von Hardware, Software und Service funktionieren die Systeme auch in großem Maßstab zuverlässig. Das 2009 gegründete Unternehmen verfügt über umfassende Expertise in der Leistungselektronik und entwickelt DC-Schnellladelösungen für öffentliche Ladenetzwerke, den Einzelhandel, Flotten, Hubs für autonome Mobilität sowie den Schwerlastverkehr. Mit mehr als 125.000 installierten Ladepunkten und 223 Millionen Ladevorgängen trägt Alpitronic dazu bei, High-Power-Charging weltweit zu einer verlässlichen Grundlage der Elektromobilität zu machen.

Über Milence

Milence arbeitet daran, den Straßengüterverkehr von fossilen Brennstoffen zu befreien. Dafür baut das Unternehmen ein zuverlässiges Ladenetzwerk für alle batterieelektrischen schweren Nutzfahrzeuge auf. Das Ziel: leistungsstarke Ladepunkte entlang aller wichtigen TEN-T-Korridore in Europa – abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden und die Entwicklung des Marktes.

Mit einem Fokus auf zunächst 15 Märkte und bereits eröffneten Ladeparks an mehreren Schlüsselstandorten baut Milence sein Netz zügig aus – damit schwere Elektrofahrzeuge nahtlos auf dem gesamten Kontinent eingesetzt werden können und der Übergang zu einem nachhaltigen, effizienten Transportsystem gelingt.

 

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Antisemitismus-Debatte nach ZDF-Sendung: Anwalt spricht von „Falschbehauptung des Innenministers“

08.10.2026

Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp geht juristisch gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor. Eralp und ihr Berliner Landesverband haben nach Angaben ihres Rechtsbeistands Strafanzeige beziehungsweise Strafantrag gegen den Minister gestellt. Hintergrund ist eine Passage in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“, in der sich die Moderatorin versprochen und Eralp in einem Satz fälschlich als Antisemitin bezeichnet hatte, bevor sie sich sofort korrigierte. Dobrindt kommentierte diese Szene mit den Worten „Na doch“.

Aus Sicht des von Eralp mandatierten Anwalts Jasper Prigge macht sich der Minister damit den Versprecher der Moderatorin zu eigen. In einem Schriftsatz, der mehreren Medien vorliegt, heißt es, Dobrindt stelle durch seine Einlassung eine Tatsachenbehauptung auf, die den Tatbestand der üblen Nachrede erfülle. Zudem liege eine Beleidigung vor, weil die Bezeichnung als Antisemitin „in erheblichem Maße ehrabträglich“ sei. Eralp habe sich nach Darstellung ihres Anwalts selbst nie in einer Weise geäußert, die als antisemitisch zu bezeichnen wäre, vielmehr trete sie öffentlich für den Schutz jüdischen Lebens ein.

Der Anwalt spricht von einer „Falschbehauptung des Innenministers“. Die Äußerung im Fernsehen sei geeignet, das öffentliche Wirken der Berliner Spitzenpolitikerin erheblich zu erschweren. In dem Schriftsatz wird darauf verwiesen, dass die Verbreitung des Eindrucks, Eralp würde selbst sagen, sie sei Antisemitin, ihre Integrität als politische Amtsträgerin infrage stellen und damit auch Auswirkungen auf politische Prozesse in Berlin haben könne. Eralp ist Spitzenkandidatin der Linken für das Rote Rathaus.

Die Auseinandersetzung hatte sich in der ZDF-Sendung an einem Schlagabtausch zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek entzündet. Während der Debatte unterlief Moderatorin Maybrit Illner der Versprecher, sie korrigierte sich jedoch unmittelbar mit dem Hinweis, Eralp sei „keine Antisemitin“. Dobrindts anschließender Kommentar bildet nun den Kern des juristischen Streits. Zu möglichen weiteren Schritten der Strafverfolgungsbehörden und einer Reaktion des Bundesinnenministers lagen zunächst keine näheren Angaben vor.