VW und Cupra reagieren auf mögliche Brandgefahr bei E-Autos mit globaler Rückrufaktion

26.03.2026


Volkswagen ruft weltweit mehr als 90.000 Elektrofahrzeuge der Marken VW und Cupra in die Werkstätten zurück, nachdem in Hochvoltbatterien Batteriemodule festgestellt wurden, die nicht der Spezifikation entsprechen. Laut Einträgen in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) reicht das mögliche Fehlerspektrum von reduzierter Reichweite und einer gelben Warnleuchte im Cockpit bis hin zu einer potenziellen Brandgefahr in seltenen Einzelfällen. Betroffen sind nach Konzernangaben knapp 75.000 Fahrzeuge der Marke VW und gut 19.000 Modelle von Cupra.

Der Rückruf umfasst bei Volkswagen die E-Modelle ID.3, ID.4, ID.5 sowie den Kleinbus ID.Buzz, die im Zeitraum vom 24. Juni 2023 bis zum 23. August 2024 produziert wurden. Bei Cupra ist das Modell Born betroffen, gefertigt zwischen dem 7. Februar 2022 und dem 21. April 2024. In Deutschland allein müssen rund 28.000 Fahrzeuge in die Werkstätten, davon etwa 22.000 VW-Modelle und 6.000 Fahrzeuge der Marke Cupra. Ein Sprecher von Volkswagen bestätigte die Maßnahme und verwies darauf, dass die Sicherheit der Kunden oberste Priorität habe.

Zur Behebung der potenziellen Risiken setzt der Konzern auf eine Kombination aus Software-Update und technischer Prüfung der Hochvoltbatterien. In den Werkstätten wird zunächst die Steuerungssoftware aktualisiert und anschließend der Zustand der Batterie überprüft. Falls erforderlich, sollen einzelne Module der Batterie ausgetauscht werden, anstatt komplette Akkupakete zu ersetzen. Der Ansatz folgt einem Trend in der Elektroautoindustrie, mit gezielten Softwareeingriffen und modularen Reparaturen Kosten zu begrenzen und die Umweltbelastung durch großflächige Batteriewechsel zu reduzieren.

Dem KBA sind bislang keine Fälle bekannt, in denen es im Zusammenhang mit den beanstandeten Batteriemodulen zu Sach- oder Personenschäden gekommen ist. Die Rückrufaktion findet damit vor allem vorsorglich statt, während Hersteller und Behörden die Zuverlässigkeit von Hochvoltbatterien bei wachsenden Stückzahlen im Elektroautomarkt zunehmend in den Mittelpunkt ihrer Sicherheitsstrategien rücken.

Bayerischer Ostkorridor: Deutsche Bahn erneuert 120 Kilometer Gleise

26.03.2026


Die Deutsche Bahn verschärft ihren Sanierungskurs im bayerischen Netz und nimmt einen zentralen Ostkorridor außer Betrieb. Ab dem 14. Juni wird der Streckenabschnitt zwischen Obertraubling im Landkreis Regensburg und Passau umfangreich modernisiert. Die Arbeiten dauern bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember und sind mit einer weitgehenden Vollsperrung verbunden. Ziel der Investitionen ist es, die Pünktlichkeit im Regional- und Fernverkehr langfristig zu verbessern.

Die Maßnahme ist Teil einer gestaffelten Generalsanierung in Südostbayern und schließt direkt an die seit Anfang Februar laufenden Arbeiten auf der vielbefahrenen Verbindung Nürnberg–Regensburg an. Diese erste Etappe soll nach aktueller Planung am 10. Juli abgeschlossen sein, womit sich beide Großprojekte mehrere Wochen überschneiden. Für Reisende bedeutet das parallel eingeschränkte Kapazitäten auf zwei wichtigen Achsen.

Auf der rund 120 Kilometer langen Trasse zwischen Obertraubling und Passau steht ein umfassendes Infrastrukturpaket an. Die Bahn erneuert oder setzt 120 Kilometer Gleise, 140 Weichen und 90 Kilometer Oberleitungen instand, zudem werden mehrere Stellwerke modernisiert. Ergänzend entstehen eine neue Eisenbahnüberführung und fünf Personenunterführungen. Ein technisch aufwendiger Schwerpunkt liegt bei Osterhofen nahe der Donau, wo ein mooriger Untergrund mit besonderen Maßnahmen verfestigt werden muss, um die Strecke dauerhaft zu stabilisieren.

Parallel zur Fahrwegerneuerung investiert die Bahn in die Stationen entlang der Route. Acht Bahnhöfe werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut, etwa durch neue Zugänge und angepasste Infrastruktur. Diese Ausbauten laufen über den aktuellen Sperrzeitraum hinaus und sollen bis zum Frühjahr 2027 vollständig abgeschlossen sein. Während der Vollsperrung soll ein Ersatzkonzept mit purpurfarben gekennzeichneten Bussen die wichtigsten Verbindungen im Nahverkehr sichern, darunter Expresslinien über die Autobahn und langsamere Routen über Land.