Ex-CSU-Cchef Huber greift Söder wegen Kurs in Berlin frontal an

30.03.2026


Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat den Kurs des amtierenden Parteichefs Markus Söder in der Bundespolitik ungewöhnlich scharf kritisiert. Söder solle „endlich lernen, konstruktiv im Team Merz zu spielen, statt von der Seitenlinie falsche Einwürfe zu fabrizieren“, sagte Huber dem Spiegel zufolge. Er warf seinem Nachfolger „fehlenden Mannschaftsgeist“ vor und warnte vor einer Doppelstrategie der Christsozialen in Berlin.

Auslöser der Kritik sind öffentliche Vorstöße Söders, der zuletzt mehr Tempo bei Reformen gefordert hatte, unter anderem in einem Interview mit dem Magazin Stern. Gleichzeitig dringt der bayerische Ministerpräsident auf steuerliche Entlastungen für Unternehmen, Erben und Spitzenverdiener – Forderungen, die im Widerspruch zu Vorschlägen aus der SPD stehen. Huber bemängelt, Söder setze als Koalitionspartner in Berlin „knappe Fristen, verbunden mit einem Nein zu vielen Reformschritten“ und verlange trotz hoher Verschuldung „saftige Mehrausgaben“ sowie eine „unrealistische Steuerpolitik, die weder konzeptionell durchdacht noch durchgerechnet ist“.

Der 79-Jährige, der die CSU 2007 und 2008 führte, sieht in Söders Auftreten den Versuch, zugleich Regierungs- und Oppositionsrolle einzunehmen. Sollte dem Parteichef „eine Doppelstrategie vorschweben – ein Standbein in der Koalition und ein Spielbein in der Opposition“, dann sei das „in Zeiten multipler Krisen“ nicht akzeptabel, sagte Huber. Die politische Lage sei zu ernst und der Vertrauensverlust der Koalition zu groß „für politische Extratouren“.

Huber stellt zudem die inhaltliche Aufstellung der CSU infrage. Er monierte fehlende durchgerechnete Konzepte der Partei, etwa bei Steuern, Rente und Gesundheit, und kritisierte einen aus seiner Sicht widersprüchlichen Kurs zwischen München und Berlin. In Bayern spare Söder „für den ausgeglichenen Haushalt zulasten von Familien, Pflege, Besoldung“ und nehme dafür Unmut in Kauf, während er in Berlin zugleich zusätzliche Ausgaben und steuerliche Entlastungen einfordere. Die CSU-Spitze hat sich zu den Vorwürfen Hubers in den vorliegenden Berichten nicht geäußert.

Nach Sturm in NRW: Bahn rechnet mit mehrtägiger Sperrung wichtiger Pendlerstrecke

30.03.2026


Heftige Windböen haben in Teilen Nordrhein-Westfalens am Morgen den Bahn- und Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt. In Mönchengladbach kollidierte eine Regionalbahn mit einem Baum, der auf die Gleise gestürzt war. Rund 30 Fahrgäste waren in dem Zug, sie blieben unverletzt und wurden von der Feuerwehr aus dem Zug evakuiert. Polizei und Feuerwehr warnten Autofahrer zugleich vor herabgestürzten Ästen und Bäumen, die den Berufsverkehr behindern könnten.

Bei dem Zusammenstoß in der Nähe von Mönchengladbach wurde nach Bahnangaben die Oberleitung stark beschädigt. In einer ersten Einschätzung ging das Unternehmen davon aus, dass die Reparatur mehrere Tage dauern könnte. Auf der Strecke zwischen Rommerskirchen und Mönchengladbach verkehren daher zunächst ausschließlich Ersatzbusse. Betroffen sind Züge der Linien RE8 (Koblenz–Köln–Mönchengladbach) und RB27 (Koblenz–Rommerskirchen–Mönchengladbach), die aus Richtung Köln kommend in Rommerskirchen enden.

Für Fahrgäste gibt es Umleitungs- und Ausweichmöglichkeiten. Die eingesetzten Busse halten an allen Bahnhöfen zwischen Rommerskirchen und Mönchengladbach. Reisende, die direkt von Köln nach Mönchengladbach fahren wollen, können laut Bahn auf die Linien RE6, RE7 oder S11 ausweichen, die eine andere Route nehmen und von der Sperrung nicht betroffen sind. Auch aus Neuss und Grevenbroich bestehen Ausweichverbindungen über alternative Bahnstrecken.

Die Sturmlage traf nicht nur den Raum Mönchengladbach. Zwischen Aachen und Herzogenrath, zwischen Kempen und Krefeld, zwischen Wuppertal und Essen sowie zwischen Solingen und Hilden stürzten ebenfalls Bäume auf die Gleise. Diese Strecken konnten jedoch nach und nach wieder freigegeben werden. Vor allem in einem Streifen von Aachen über das Rheinland bis ins Bergische Land waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz. Im Kreis Mettmann gingen in den Morgenstunden zahlreiche Notrufe ein, weil umgestürzte Bäume Straßen blockierten und damit den Berufsverkehr bremsten.

Auch in Wuppertal meldete die Feuerwehr eine Vielzahl von Einsätzen. Dort kippten Bäume um, Äste und Dachziegel fielen auf Straßen und Gehwege. In einem Fall stürzte im Stadtteil Heckinghausen ein rund 80 Zentimeter dicker Baum auf drei geparkte Autos und beschädigte zudem das Dach eines Wohnhauses. Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor. Die Einsatzkräfte waren weiter damit beschäftigt, Verkehrswege zu räumen und Gefahrenstellen zu sichern.