Die Partei «die Linke» in Berlin hat auf ihrem Landesparteitag am Samstag grünes Licht für Koalitionsverhandlungen mit den Sozialdemokraten (SPD) und den Grünen gegeben. Eine breite Mehrheit der Parteimitglieder stimmte dem Vorhaben zu, sodass die Gespräche bereits am kommenden Montag beginnen sollen. Trotz bundesweiter Kontroversen und externem Druck strebt das Bündnis eine gemeinsame Regierungsbildung an.
Ein zentraler und hochumstrittener Punkt der geplanten Politik ist die Enteignung von rund 160.000 Wohnungen großer Konzerne. Diese Immobilien sollen in Staatseigentum überführt werden, was einen bisher einmaligen Vorgang in der deutschen Geschichte darstellen würde. Sowohl die Bundesregierung als auch verschiedene Wirtschaftsverbände haben dieses Vorhaben bereits deutlich kritisiert.
Für die Linke steht bei den Verhandlungen ein historisches Ziel im Vordergrund: Die Spitzenkandidatin Elif Eralp möchte das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin übernehmen. Damit würde die Partei zum ersten Mal überhaupt die Spitze der Berliner Landesregierung stellen. Eralp gab im Vorfeld ein „Schutzversprechen“ ab und kritisierte die Angriffe auf ihre Person sowie auf die Partei.
Obwohl die Zustimmung auf Parteitagsebene vorliegt, wird erwartet, dass die kommenden Gespräche schwierig verlaufen könnten. Die Herausforderung liegt darin, die unterschiedlichen Positionen der drei Partner in einem tragfähigen Koalitionsvertrag zu vereinen. Die Öffentlichkeit wartet nun auf die Ergebnisse der Gespräche, die ab Montag die politische Zukunft der Hauptstadt bestimmen.


