Bauarbeiten verzögert: Deutsche Bahn will am Mittwoch über Hamburg-Berlin-Strecke informieren

11.03.2026


Die Deutsche Bahn wird am Mittwoch Details zu den anhaltenden Einschränkungen auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin bekanntgeben. Wochenlanger Frost im Januar und Februar hat zu erheblichen Verzögerungen bei der umfassenden Sanierung des Fernverkehrskorridors geführt, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bis Ende April abgeschlossen werden, doch Mitte Februar informierte die Bahn bereits über Verlängerungen.

Als Hauptproblem nennt die Bahn den festgefrorenen Boden, der über mehrere Wochen das Ausheben von Kabelschächten für die Leit- und Sicherungstechnik unmöglich machte. Auch Arbeiten an den Oberleitungen, die eigentlich im Januar hätten erfolgen sollen, gestalteten sich aufgrund der Kälte schwierig. Die Bahn hatte zunächst einen neuen Zeitplan für diesen Freitag in Aussicht gestellt, wird diesen nun aber einige Tage früher vorlegen.

Seit August ist der Abschnitt zwischen Hamburg und Berlin aufgrund der Sanierung vollständig gesperrt. Fernzüge werden seither über Uelzen und Stendal umgeleitet und benötigen etwa 45 Minuten länger für die Strecke. Deutlich stärker betroffen sind jedoch Fahrgäste im Regionalverkehr, bei dem viele Linien ausfallen oder nur auf Teilstrecken verkehren.

Pendler in der Region sind auf Ersatzbusse angewiesen, deren Qualität laut Berichten in den letzten Tagen erheblich gelitten hat. Grund sind Streitigkeiten zwischen der Betreibergesellschaft Ecovista und einem Investor. Die 280 Kilometer lange Strecke durch fünf Bundesländer ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken Deutschlands mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.

Von Moskau und Thailand aus gesteuert: Ermittler nehmen rechtsextremen Verlagsunternehmer ins Visier

14.03.2026


Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe geht mit einer großangelegten Razzia gegen ein mutmaßlich europaweit agierendes rechtsextremes Verlagsnetzwerk vor. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verlag „Der Schelm“, der seit Jahren antisemitische Schriften, Nachdrucke aus der Zeit des Nationalsozialismus sowie rassistische und den Holocaust leugnende Veröffentlichungen über einen Onlineversand vertreibt. Die Durchsuchungen begannen am Mittwochmorgen zeitgleich in mehreren Bundesländern sowie im Ausland und richten sich gegen insgesamt acht Beschuldigte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden sechs Männern und zwei Frauen deutscher Herkunft vorgeworfen, zwischen 2022 und 2024 in mindestens 488 Fällen gemeinschaftlich volksverhetzende Druckwerke hergestellt, verbreitet, geliefert und gelagert zu haben. Zu den Beschuldigten zählen unter anderem zwei Druckereibesitzer, ein Grafiker, ein IT-Spezialist und der Inhaber eines Business-Centers. Ein Druckereibesitzer soll Beihilfe geleistet haben. Hauptbeschuldigter ist der aus Leipzig stammende Verlagsinhaber Adrian P., der seit Jahren im Ausland lebt und laut früheren Angaben bereits einmal einer Auslieferung entgangen sein soll.

Bundesweit rückte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte aus. Durchsucht wurden Wohnungen und Geschäftsräume in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, darunter nach rbb-Informationen Standorte in Leipzig, Pforzheim, Neuenbürg, Bottrop, Schönwald und Wertheim. Parallel dazu koordinierten die Karlsruher Ermittler Maßnahmen im Ausland: In Polen wurde eine Druckerei überprüft, in Spanien nahmen sich Beamte eine Lagerhalle sowie weitere Privat- und Firmenräume vor.

Die Einsatzkräfte stellten umfangreiche Beweismittel sicher, darunter gedruckte Schriften, Bestelllisten, Propagandamaterial, NS-Devotionalien sowie Computer und Datenträger. Der Verlag „Der Schelm“ bietet nach übereinstimmenden Recherchen seit mindestens einem Jahrzehnt rund 100 Nachdrucke antisemitischer Bücher und Schriften aus der NS-Zeit sowie weitere in Deutschland verbotene Titel an. Ermittler sehen in den aktuellen Maßnahmen einen weiteren Schritt, die Vertriebsstrukturen des Netzwerks zu zerschlagen und die Verantwortung der mutmaßlichen Betreiber strafrechtlich aufzuarbeiten.