
Der Stromausfall im Berliner Technologiepark Adlershof infolge eines Brandanschlags im Südosten der Stadt hat bei den dort ansässigen Unternehmen Schäden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, bremst das Wachstum des Standorts aber nur begrenzt. Der Betreiber des Parks, Wista, schätzt die wirtschaftlichen Einbußen auf insgesamt 30 bis 70 Millionen Euro. Genaue Angaben seien nicht möglich, da die Auswirkungen je nach Unternehmensgröße und -profil stark voneinander abweichen, sagte Wista-Chef Roland Sillmann.
Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Anschlag auf einen Strommast, der den Südosten Berlins über mehrere Tage weitgehend lahmlegte. Ein Bekennerschreiben, das auf der linksextremen Internetseite "Indymedia" veröffentlicht und von der Polizei als authentisch eingestuft wurde, richtete sich demnach gezielt gegen die Technologiefirmen in Adlershof. In dem Wissenschafts- und Wirtschaftscluster sind mehr als 1.300 Unternehmen ansässig, darunter zahlreiche Start-ups und wissenschaftliche Institute.
Trotz der Schäden reagierten die meisten Firmen nach Angaben des Betreibers nicht mit Abwanderungsplänen, sondern mit erhöhter Bereitschaft, in Krisenvorsorge zu investieren. "Wir sehen eher eine Trotzreaktion: Jetzt erst recht", sagte Sillmann. Ein Großteil der Betriebe habe damit begonnen, Schadensanalysen und Notfallpläne zu erarbeiten oder bestehende Konzepte grundsätzlich zu überarbeiten. Im Fokus stehen unter anderem zusätzliche Notstromaggregate, Stromspeicher und Möglichkeiten zur Eigenversorgung, etwa über Solaranlagen auf den Firmendächern.
Der Vorfall hat zugleich eine Debatte über die Versorgungssicherheit an dem Hightech-Standort angestoßen. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) erklärte, der Berliner Senat arbeite gemeinsam mit dem Netzbetreiber Stromnetz Berlin daran, redundante Sicherheitssysteme in Adlershof zu stärken. Ziel sei es, die technischen Infrastrukturen robuster gegen Störungen und gezielte Angriffe zu machen. Trotz der Belastungen blieb die wirtschaftliche Entwicklung des Parks robust: Die Unternehmen in Adlershof erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz, rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nach Einschätzung von Wista wäre das Wachstum ohne den Stromausfall um etwa zwei Prozentpunkte höher ausgefallen.

Hamburg verschärft den Umgang mit Leih-E-Scootern und setzt dafür konsequent auf digitale Steuerung. An 100 ausgewählten Haltestellen im Stadtgebiet hat die Verkehrsbehörde rund 370 virtuelle Abstellflächen eingerichtet, die per Geofencing definiert sind. Nutzer können ihre Fahrt nur beenden, wenn sie den Scooter innerhalb einer dieser Zonen abstellen – andernfalls läuft die Miete in der App weiter. Ziel ist es, das bislang weit verbreitete wilde Parken an Bus- und Bahnstationen einzudämmen.
Die E-Scooter werden in Hamburg vor allem auf kurzen Strecken zur nächsten Haltestelle genutzt, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) betont. Gerade dort sei geordnetes Abstellen entscheidend, damit die Fahrzeuge nicht zu Hindernissen für andere Verkehrsteilnehmer werden. Mit den digitalen Abstellflächen sieht Tjarks eine „pragmatische Lösung“ für stark frequentierte Punkte im Netz, an denen sich bislang besonders viele Roller kreuz und quer angesammelt hatten.
Für Nutzer sind die neuen Parkzonen auf der Straße nicht sichtbar. Markierungen oder bauliche Einrichtungen gibt es nicht; die Flächen existieren ausschließlich virtuell und sind in den Apps der jeweiligen Anbieter hinterlegt. Versuchen Kunden, ihren E-Scooter außerhalb dieser digitalen Zonen zu parken, verhindert das System das reguläre Beenden der Miete. Die Verkehrsbehörde verweist auf die hohe Flexibilität des Ansatzes: Ändert sich die Situation an einer Haltestelle, lassen sich die virtuellen Flächen ohne Bauaufwand verschieben oder komplett löschen.
Die digitalen Parkzonen ergänzen das bestehende Netz an physischen Abstellmöglichkeiten. Im gesamten Stadtgebiet gibt es bereits 54 feste Parkzonen für E-Scooter. Zusätzlich entstehen im Stadtteil Harburg bis Ende Mai weitere 30 sichtbare Abstellflächen. Mit der Kombination aus digitalen und baulich ausgewiesenen Plätzen justiert Hamburg seine E-Scooter-Strategie nach – mit dem erklärten Ziel, die letzte Meile zur Haltestelle nutzbar zu halten, ohne Gehwege und Zugänge zu blockieren.